DAS THEATER IM MONBIJOUPARK IST GERETTET! – 200 JAHRE FAUST IM MONBIJOU

Der Aufbau des Open-Air-Theaters vor dem Bunker der ehe­maligen Charité-Kinderklinik läuft und die Proben für die erste Premiere am 14. Juni, Faust – Schönheit, Liebe, Arbeit haben begonnen. Damit ist nach langen Diskussionen einer der ungewöhnlichsten Theaterstandorte Berlins gerettet. Neue Betreiberin ist die im Dezember gegründete gemein­nützige „Theater an der Museumsinsel Berlin gGmbH“. Dahinter stehen der langjährige Ausstattungs­leiter und Bühnenbildner David Regehr, der Regisseur und Dramaturg Maurici Farré und der Schauspieler Matthias Horn. Auch das famose Schauspiel-Ensemble der letzten Jahre bleibt erhalten.

Den Neustart ermöglicht hat das Engagement von Vertreter*innen der Bezirks­verordneten­ver­sammlung Mitte, des Bezirksamt Mitte sowie der Humboldt-Uni­versität zu Berlin als Eignerin der Bunkerfläche. Am 12. März erteilten diese der neuen Betreiber­gruppe den Zuschlag und am 16. April wurde ein neuer Miet­vertrag mit der Humboldt-Universität geschlossen.

Kern des erfolgreichen Bühnenprogramms im Monbijou Park bleibt die Verwirklichung des Konzeptes eines neuen Volks­theaters, das Werke von Shakespeare, Goldoni, Schiller und Goethe von allen Korsagen befreit und wieder raus aus den bildungs­bürgerlichen „Höfen“ auf die Straße bringt. Das Programm 2019 ist einem besonderen Berliner „Faust“-Jubiläum ge­widmet: Vor 200 Jahren am 24. Mai 1819 wurde im Schloss Mon­bijou erstmals eine Theateraufführung mit Szenen aus Johann Wolfgang von Goethes Faust gezeigt, zehn Jahre vor der eigent­lichen Urauf­führung in Braun­schweig. Das nehmen Regisseur Maurici Farré und sein Ensemble zum Anlass, sich in Faust – Schönheit, Liebe, Arbeit zum zweiten Mal nach 2017 mit dem schier uner­schöpflichen Reichtum des Faust-Materials zu be­schäftigen (Premiere am 14. Juni). Eine Neu­inszenierung von Goethes Die Vögel (nach Aristophanes) kommt am 29. Juni heraus. Und für die jüngeren Zuschauer­*innen wird ein Faust für Kinder als Puppenspiel er­arbeitet (Premiere am 22. Juni). Mehr Informa­tionen zu den neuen Produktionen finden Sie im angehängten pdf.

Das Monbijou-Areal im Herzen Berlins hat eine bewegte Geschichte hinter sich: Ab Anfang des 19. Jahrhunderts rückt das Schloss Monbijou durch den Auf- und Ausbau der Museums­insel als das größte Kunst- und Kulturareal Preußens von der Peripherie einer Sommerresidenz ins kulturelle Zentrum der preußischen Hauptstadt. Im zweiten Welt­krieg wird das Schloss Monbijou und sein Garten durch Bomben zerstört. Die Schloss­ruine wird 1959 abgerissen. Für kulturelle Veranstaltungen gibt es lange Zeit keinen Raum mehr. Um die Jahrtausend­wende spielt das erste Mal eine Gruppe freier Schau­spieler unter freiem Himmel Stücke von Shakespeare. Was anfangs klein anfing, ent­wickelt sich zu einem einzigartigen Theater im Monbijoupark.

Die Eröffnungs-Premiere feiern wir am 14. Juni um 20 Uhr. Der Vorverkauf beginnt Ende Mai. Öffentliche Proben und Voraufführungen ab 8. Juni. Das Theater an der Museumsinsel befindet sich vis-à-vis Monbijoustraße 3 in 10117 Berlin-Mitte.

Mit besten Grüßen

Ihr Team des Theaters an der Museumsinsel

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